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Corona-kompatibel - Unterricht im Freien

Unterricht der ersten Generalistik-Klasse fand im Freien statt

Mitten in der Coronakrise startete, wie im Mai schon kurz berichtet die neue generalistische Pflegeausbildung an unserer Schule in Karlsruhe.
Um die vom neuen Lehrplan geforderten Kompetenzen zu erweitern, traf sich Lerngemeinschaft GA01 mehrmals zum Unterricht in der Günther-Klotz-Anlage Karlsruhe. Gerüstet war jede*r mit wetterfester Kleidung, Sonnenschutz, Sitzunterlage und Verpflegung. Je nach Wetterlage, gehörte auch eine Portion Spontanität von Seiten der Auszubildenden und uns beiden Lehrerinnen dazu. Zumeist war jedoch der „Wettergott“ uns gegenüber sehr gut gesinnt.

Alle Auszubildenden erprobten sich in einem ersten Vortrag zum Thema Ernährung oder Ausscheidung. Sich selbstständig ein Thema zu erarbeiten und andere Menschen darüber sachlich zu informieren, ist eine wichtige Voraussetzung, um im Pflegeberuf professionell zu kommunizieren.
Auch die eigene Gesundheit war eines der Unterrichtsthemen, mit Fragestellungen wie: „Wo befinde ich mich gerade auf dem Kontinuum zwischen „Gesundheit--Krankheit“ .Ganz praktisch mit Hilfe eines Seils und den zuvor genannten Polen, haben sich die Auszubildenden selbst reflektiert. Dabei wurde überlegt, welche Ressourcen jeder einzelne für seine Gesundheit mitbringt und wo es Verbesserungsbedarf in Bezug auf das eigene Gesundheitsverhalten gibt. Die „Salutogenese“ von Aaron Antonowsky diente dabei als Vorlage.

Eine Zumba-Einheit, die von einer Auszubildenden professionell auf der Wiese angeleitet wurde und Übungen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur machten „Bewegung“ als gesundheitsfördernde Maßnahme erfahrbar.
Denkspaziergänge, unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen, förderten den Austausch untereinander. Hier wurden die ersten Erfahrungen mit der Pflegepraxis ausgetauscht, die zuvor schriftlich mittels Fragebogens erfasst wurden. Erste Probleme in Bezug auf die Umsetzung der der neuen Ausbildung in der Praxis tauchten dabei auf.
An die Spaziergänge anknüpfend wurde der Zusammenhang zwischen Denkvermögen und Bewegung thematisiert. Der Bezug zur pflegerischen Arbeit und den Zielen der Mobilitätsförderung wurde hergestellt. Den Auszubildenden wurde ein Instrument zur Bestimmung der Mobilitätsfähigkeit vorgestellt. Frau Markus-Wolf führte die Auszubildenden weiter an das wichtige Instrument der professionellen Pflege „den Pflegeprozess“ heran. Hierbei wurden die Inhalte z.B. zur Mobilität, Sturzrisiko direkt mit dem Punkt der Pflegeanamnese verknüpft. Erste pflegerische Ziele und Maßnahmen wurden erörtert, die im nächsten Unterrichtsblock im November weiter ausgebaut werden. Weitere Unterrichtsinhalte zu Schluckstörungen, Vitalzeichen uvm. wurden ebenfalls angegangen.

Problemorientiertes Lernen haben wir insofern umgesetzt, indem die Corona-Problematik erkannt wurde und Maßnahmen gefunden wurden, einen Angriff des Coronavirus auf die theoretische Ausbildung zu verhindern.

Über die weitere Entwicklung der Unterrichtsformen zwischen Präsenz- und Digitalunterricht während des 2. Lockdowns und im Verlauf der Corona-Krise in der kalten Jahreszeit halten wir Sie auf dem Laufenden.

 

Autorin: Ute Baum